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Mit dieser Story habe ich anno dazumal (ca. 2000/2001) zusammen mit dem ehrwürdigen Heimatpoeten Hans Schratzenstaller den ersten Platz bei einem Weihnachts-Poetry-Slam im Foyer des kleinen Theaters gewonnen.
Interessant waren vor allem die fragenden Blicke der anwesenden Kinder und die entsetzten Gesichter deren Eltern.
Poetry Slam war damals halt noch kein Kindergeburtstag.

Heilig Abend. Irgendwann in den Neunzigern. Ich sitze stocksauer bei meinen Eltern im Wohnzimmer, starre in den Lametta-Overkill und versuche mich mit Punsch zu betrinken. Vor zwei Tagen hat mich meine Freundin vor die Tür gesetzt. Es gab da allerhand Missverständnisse, widrige Umstände und eine Praktikantin. Das Betrinken haut allerdings nicht hin, mein Magen rebelliert erbost gegen die Gewürzmischung, die meine Mutter in den Punsch zu kippen pflegt. Unvermittelt stehe ich auf und sage sowas wie:
„Ich geh in die Stadt, frohe Weihnachten noch.“
Draußen ist es saukalt, aber egal, das Ziel ist klar: völliger Realitätsverlust.

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Der Schneider und seine Lehrerin

Geschrieben für den 1. Landshuter Krimiwettbewerb 2004. Die Vorgaben waren, die Wörter „Teralitur“, „Röcklturm“, „borstig“ und „pfeifen“ in genau dieser Form zu verwenden.
Habe ich gemacht und gewonnen.

Der Schneider sitzt also da im Biergarten und trinkt, na was denkst du, ein Bier. Und die Isar rinnt dahin Richtung Maxwehr, als wär nichts gewesen. Und gegenüber beim Röcklturm, da kann der Schneider sehen, wie das Blut von seiner Lehrerin in der Sonne glitzert, auf den Kies runtertropft und dann versickert. Ganz groß sieht er dahinter den Turm von der Martinskirche und denkt dabei an seine Kommunion.

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Remember the Alamo

Ich gehe zu den Stadtwerken, um mich zu beschweren. Ich bin nämlich zu dem Schlus gekommen, dass die Stadtwerke für jeglichen Unbill, der mir in meinem Leben bisher widerfahren ist, verantwortlich sind.
Jedenfalls sagt die Frau zu mir: „Ja bitte.“
„Ich möchte mich bitte beschweren.“ sage ich. Herrgott, warum sage ich „bitte“, ich könnte mich in den Hintern treten.

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