die moritat vom armen taxifahrer

Er war Schorsch der Taxifahrer,
und trank so gerne Bier.
immer still und grantig war er
und trank allein sein Bier.

Er war ein armer Taxifahrer,
er hatte eine Frau.
Ein recht ein armer Hund das war er,
denn sie war eine Sau.

Beim Tanztee traf er sie im März,
im Achtundsiebz’ger Jahr,
er verlor sogleich sein Herz,
und auf der Stell‘ sie schwanger war.

Der Schuster Hans hat’s ihr gemacht,
das ganze Dorf hat’s g’wusst,
und alle haben drüber g’lacht,
dass der Schorsch es büßen musst.

Dass das Kind nicht seines war,
hat er viel später erst entdeckt,
da war der Bub schon sieben Jahr,
und der Karren schon im Dreck.

Er war Schorsch der Taxifahrer,
er hatte eine Frau.
Ein recht ein armer Hund das war er,
denn sie war eine Sau.

Er war ein armer Taxifahrer,
er trank so gerne Bier,
von seiner Frau der Depp das war er
und trank allein sein Bier.

Sie wollte immer mehr noch kaufen,
haut’s Geld raus wie ein kleines Kind,
so schnell kann er gar nicht laufen,
wie’s ihr im Wahn durch’d Finger rinnt.

Zu wenig Geld bracht er nach Haus,
und um den Schein noch halb zu wahren
musste Schorsch, oh Graus oh Graus,
des Nachts noch Taxifahren.

Auch durft’ er lang schon nicht mehr ran,
was ihn auch furchtbar drückt,
sie lacht, dass er’s nicht zahlen kann,
das macht den Schorsch verrückt.

Er war Schorsch der Taxifahrer,
er trank so gerne Bier,
von seiner Frau der Depp das war er
und trank allein sein Bier.

Er war ein armer Taxifahrer,
ein einzig’s Mal da trank er Schnaps,
an diesem Tag ganz glücklich war er,
denn sie lag tot im Raps.

Ins Taxi packt er sie den Tag
dann zerrt er sie aufs Feld,
und als sie jammernd vor ihm lag,
sagt er „Da hast du jetzt dein Geld.“

Die Sonne scheint, gelb blüht der Raps,
blutig glänzt der Hammer,
dann b’stellt er bei sei’m Wirt an Schnaps,
und keine Spur von Jammer.

Nach Jahren Schmach und Niedertracht
und Bucklerei rund um die Uhr,
Da hat er’s schließlich fertig’bracht
und sich befreit von dieser Hur’.

Er war Schorsch der Taxifahrer,
ein einzig’s Mal trank er an Schnaps,
an dem Tag ganz glücklich war er,
denn sie lag tot im Raps.

Sie sperr’n den armen Taxifahrer,
ins Gefängnis lebenslang,
doch ein freier Mann das war er
drum nachts er immer fröhlich sang.

Das Lied von Schorsch dem Taxifahrer,
ein jeder kennt es hier,
grad da wo du jetzt sitzt, da war er,
allein mit seinem Bier.

Moral:
Drum hör gut zu und merke auf
damit’st was für die Zukunft hast,
boshaft ist des Lebens Lauf
und Freiheit wohnt manchmal im Knast.