Der Benzinmann

Als er 28 war, schickte sein Vater ihn zur Tankstelle. Dort bekam er einen aufblasbaren ESSO-Tiger geschenkt, den er seitdem mit sich herumtrug. Die Kinder mochten das, und bald zog er sich orange gestreifte Kleider an und Mützen mit Katzenohren.
Im Jahr 2001 ging dem Tiger die Luft aus und die Kinder waren traurig. Also beschloss er fortan der Agip-Drache zu sein. Er schnallte sich zusätzliche Beine um den Bauch und hüllte sich in schwarzen Pelz. Wenn die Kinder zu ihm kamen, schnurrte er, alle anderen brüllte er an und bleckte seine flammende Zunge. Tanker versanken im Meer, Bohrtürme brannten ab, und im Winter hingen lange Eiszapfen von seinem zotteligen Fell. Er fror erbärmlich.
Also zog er sich im März den Pelz aus und malte seinen Kopf blau an. Auch trug er nur noch blaue Kleidung und verteilte blaue Bonbons an die Kinder. Die Schlote bliesen weiter Ruß in die Luft, um die Wolken zu vergiften und die Kinder mochten ihn immer noch.
An einem Montag trank er einen Liter ARAL SuperPlus, um seinem Leben ein Ende zu setzen.
Die Ärzte sagen, es sei zu wenig gewesen. Sein Darm sei perforiert, seine Leber versteinert und sein Magen im Arsch. Sein Hirn gleicht einem Schwamm und seine milchigen Augen starren Tag und Nacht in ölige Leere. Er hängt im Krankenhaus an verschiedenen Maschinen und wenn die Kinder aus den anderen Stationen zu Besuch kommen, sind sie ganz still. Manche beten und wenn sie ihm den Kopf streicheln, lächelt er. Viele ernähren sich vegetarisch.