die hölle in einer schachtel

seit stunden und jahren
starre ich mit gesenktem kopf
auf die tastatur
schwer liegt der schädel in den händen
allein die tasten formen keine worte
und der himmel formt keinen fels
und der ganze beton weigert sich strikt
mich zu zermalmen.

drum sieh
ich bringe dir die hölle
in einer schachtel
die hölle hier in dieser
kleinen schachtel
ich bringe sie dir
die hölle.

und ich renne durch das nächstbeste
maisfeld und schreie hinaus
atemlos die wut und den schmerz
und den zorn und die liebe
die angst und mich selbst
kotze ich lauthals in die
tiefstehende sonne hinaus
und als ich plötzlich wieder
auf dem feldweg stehe
bleibt mir irritiert
der bauch mitten im kopf stecken.

doch bitte warte
geh nicht weg
hier in dieser schachtel
für dich ganz allein
die hölle
ich bringe dir die hölle
in einer schachtel
hat dir schon mal einer
die hölle in einer schachtel gebracht
sei mal ehrlich.

vor dem aufprall einatmen
ganz schlecht
ich sollte es wissen
nur fünf sekunden freier fall
die brust zum zerreißen gespannt
natürlich ein lungenriss
innerliches verbluten
langsam und warm fließt
die röte durch meinen körper
aber solange die sonne scheint
und das tut sie
was soll mir da der tod
wo ist sein stachel
und ich reiße mein herz aus dem blut
und lege es in eine
schachtel.

sieh her
ich bringe dir mein herz
in einer schachtel
die hölle
hier
in dieser schachtel mein herz
sieh her
die hölle
nimm es bitte
was soll ich mit der hölle
mit meinem herz
in der brust.

2 Gedanken zu „die hölle in einer schachtel

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