der raum

jeder tisch, jedes regal, jedes quentchen wand und decke in diesem raum war vollgestopft mit den absonderlichsten dingen.
masken, hüte, musikinstrumente, deren klang wohl noch niemand auf der welt vernommen hat, ausgestopfte tiere, ein lama, ein elefant, ein aligator, ein braunbär, ausgestopfte fabeltiere, ein einhorn, ein zyklop und ein pegasus, falsche nasen, puppen in allen erdenklichen größen und formen, modellhäuschen, knallbuntes spielzeug aus aller herren länder, bücher – massen von büchern – krippenfiguren aus dem allgäu neben japanischen kampfrobotern, landschaften aus bauklötzen, mittelalterliche waffen und folterwerkzeuge, autoteile lagen zusammen in verschiedenen plastiktüten in holzkisten mit arabischer aufschrift, computer, platinen, elektronische bauteile in absonderlichen größen, felle, fernseher, geschirr, dinge, die aussahen, als wäre sie sexspielzeuge außerirdischer wesen, formlose gegenstände aus schimmerndem glas, gewänder, tücher und kissen mit traumhaften und albtraumhaften mustern; es war als würde sich das auge verlaufen und nie mehr den weg in den kopf finden, wenn man die lider nicht rechtzeitig schloss.
schlangen, vögel in allen farben des regenbogens, frösche, mäuse, hamster, füchse, eidechsen, schmetterlinge, bienen und dutzende andere tiere flatterten, krochen und hüpften durch die bizarre landschaft, durch die weit geöffneten fenster und türen hinaus in den garten, in dem sich das chaos fortsetzte, steine, blumen, sträucher, bäume, finstere skulpturen aus eisenträgern und bunter seide ragten in den himmel, die blätter rauschten, immer und überall allgegenwärtig ein stakato aus kratzen, pfeifen, trommeln, schaben und allen sonstigen geräuschen der freien welt.
von der decke, die blau und weiß bemalt war, hing eine riesengroße hand aus pappmachée, deren ausgestreckter zeigefinger auf einen thron wies, der in der mitte des raumes auf einem podest aus unbehauenen steinen stand, und der aussah, als sei er aus getrockneter kacke geschnitzt.
„der ist aus getrockneter kacke geschnitzt“ sagte er und nahm darauf platz.
ich versuchte mich dem thron zu nähern, aber es ging nicht, ohne irgendetwas zu zertreten, also blieb ich unschlüssig im türrahmen stehen. erst als er mich aufforderte näherzukommen, stakste ich vorsichtig durch die menge der seltsamen dinge, die vor meinen schritten zurückzuweichen schienen.
„also, was willst du?“ fragte er.
„ich weiß nicht.“, sagte ich.
„du bist doch mit einer frage zu mir gekommen, mit einem wunsch. sag ihn mir.“
seine stimme war sanft und warm und ich fühlte mich geborgen in ihr.
„ich würde mich gerne setzen“, sagte ich.